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Der Bekannte als Hochzeitsfotograf

von Steiner Josef (Kommentare: 2)

In der heutigen Zeit, wo so gut wie jeder eine digitale Kamera besitzt, stellt sich berechtigt die Frage: braucht man noch einen professionellen Fotografen für seine Hochzeit? Kann das nicht auch der Bekannte?

Diese Frage lässt sich sicherlich nicht pauschal mit „ja“ oder „nein“ beantworten und ist grundsätzlich stark abhängig von den Vorstellungen und Wünschen des Brautpaars und von den Fähigkeiten der jeweiligen Fotografen – egal ob Hobby-, Semiprofi- oder Profifotograf.

Ich möchte nachfolgend einige Dinge ansprechen, die wichtig sind in der Hochzeitsfotografie und die schief gehen können. Das mache ich einerseits dazu, um angehenden Brautpaaren bei ihrer Auswahl des Fotografen zu sensibilisieren und andererseits aber auch um dem Hobbyfotografen bewusst zu machen, auf was er sich einlässt, wenn er einwilligt, die Hochzeit seiner Freunde als Hauptfotograf zu fotografieren.

Hochzeitsfoto in Kirche

Unwiederholbarkeit

Eine Hochzeit ist im Leben eines Paars wohl eines der wichtigsten Ereignisse. Der Tag ist voll von Momenten und Emotionen, die es für den Hochzeitsfotografen gilt einzufangen. Eine zweite Chance für viele Momente gibt es nicht. Eine Hochzeit ist kein einfaches Shooting, das man wiederholen kann, wenn etwas schief gegangen ist. Falsche Kameraeinstellungen, leere Akkus, volle Speicherkarten, etc. darf es nicht geben! Das Mitführen einer Backup-Kamera ist Pflicht, falls eine Kamera den Geist aufgeben sollte.

Hochzeitspaar in Kirche

Sicherheit

An einem Hochzeitstag sammeln sich mehrere Hunderte Fotos an. Nach einem langen, anstrengenden Tag schleppt sich der Fotograf nach Hause. Er ist jedoch noch nicht so müde, um nicht zumindest kurz mal einen Blick auf die geschossenen Fotos zu werfen. Vom Gefühl her müssen sie ganz gut geworden sein. Also Speicherkarte in den PC und los geht’s… aber, was ist das nun für eine Meldung??? „Lesefehler – bitte Speicherkarte formatieren“, dem Fotografen treibt es die Schweißperlen auf die Stirn. Er hat eine unruhige Nacht, kann wenig schlafen. Das wiederholt sich auch am nächsten Tag, weil es ist Sonntag. Am Montag nimmt sich der Fotograf von seiner Arbeit frei und begibt sich gleich in der Früh in das nächste Computerfachgeschäft und fleht dort einen Computerfachmann an, die Speicherkarte bitte zu retten – egal was es kostet. Doch leider hat der Fotograf kein Glück, die Karte ist hinüber, die Fotos sind weg. Wie soll er das nun dem Brautpaar beibringen? Noch dazu sind es seine Freunde!

Das ist ein Horrorszenario für jeden Hochzeitsfotografen. Deshalb sollte sich jeder Hobbyfotograf fragen, ob er über die notwendige Ausrüstung verfügt, um solche Situationen vermeiden zu können. Ein professioneller Hochzeitsfotograf verwendet Kameras, die gleichzeitig auf zwei Speicherkarten speichern können, um bei einem Speicherkartenfehler eine Sicherheitskopie auf der zweiten Speicherkarte zu haben. Diese Kameras kosten natürlich ihr Geld, sie sind ihr Geld aber wert – nicht unbedingt weil die Fotos damit so viel besser werden als mit einer billigeren Kamera, sondern viel mehr wegen ihrer Robustheit und Sicherheit.

Erfahrung

In der Kirche ist es dunkel. Im Automatik-Modus macht der Fotograf sein erstes Bild. Ohne Blitz versteht sich – schließlich hat er sich auf die Hochzeit vorbereitet und auf einer Website eines Hochzeitsfotografen gelesen, dass dieser keinen Blitz verwendet, da dies störend für die Zeremonie sei. Nach seiner ersten Aufnahme verrät ein Blick auf das Kameradisplay: das Bild ist leider viel zu dunkel! Der Hobbyfotograf fragt sich, was er wohl falsch gemacht hat. Die Kamera müsste doch eigentlich erkennen, dass es in der Kirche dunkel ist. Was soll der Fotograf nun machen? Solche Bilder kann er unmöglich dem Brautpaar übergeben! Also doch den Blitz einsetzen, egal ob es die Zeremonie stört, Hauptsache es kommen einige Fotos zustande auf denen man was erkennen kann. Dass diese nun völlig „überblitzt“ sind ist egal. Nicht nur das schwierige Licht macht dem Hobbyfotografen zu schaffen, er fühlt sich auch sonst ziemlich unwohl. Es ist halt doch was eigenes, in einer vollen Kirche vor allen Leuten zu stehen und Fotos zu machen.

Bräutigam in Kirche

Der richtige Einstieg in die Hochzeitsfotografie

Mit meinen Ausführungen möchte ich auf keinen Fall Hobbyfotografen abwerten und von der Hochzeitsfotografie fern halten. Ganz im Gegenteil: ich möchte jeden ambitionierten Hobbyfotografen dazu animieren, sich mit der Hochzeitsfotografie zu beschäftigen, denn meines Erachtens gibt es nichts schöneres, als glückliche Menschen an ihrem wohl glücklichsten Tag begleiten zu dürfen! Jedoch sollte man sich als Hobbyfotograf gut überlegen, ob man sich den Aufgaben gewachsen ist, die eine Hochzeit mit sich bringt. Man sollte sich überlegen, ob es vielleicht nicht doch besser wäre, zum Einstieg in die Hochzeitsfotografie begleitend zum engagierten Hauptfotograf zu fotografieren. Und das Brautpaar sollte sich gut überlegen, ob sie ihrem Freund bzw. Bekannten diese große Aufgabe aufbürden möchte. Und vor allem sollte das Brautpaar nicht enttäuscht sein, wenn sie schlussendlich nicht diese Fotos bekommen, die sie erwarten.

Hochzeitsfoto in Kirche

Alle Fotos in diesem Beitrag sind in der unten abgebildeten Kirche gemacht worden. Achtet mal auf die Fenster: in dieser Kirche gibt es die nur auf einer Seite und auch hier nur sehr wenige. Es war also sehr dunkel und von der Belichtung her schwierig (auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht). Wenn hier der Fotograf nicht über das entsprechende Equipment (lichtstarke Objektive und eine Kamera mit High-ISO-Performance) verfügt und das Wissen über die nötigen Einstellungen hat (alle Fotos die ihr hier seht sind mit ISO 6400 gemacht worden), ist er arm dran.

Kirche am Danielsberg in Kolbnitz
Der Bekannte als Hochzeitsfotograf

Tags: Beruf, Fotografie, Hochzeitsfotograf

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Kommentar von exirura |

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Kommentar von exirura |

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